
Bilanz mit Herz: Familienfreundlichkeit als Erfolgsfaktor
Vereinigte Volksbank eG
Die Finanzwelt gilt oft als nüchtern, Zahlen dominieren den Alltag. Doch im Gespräch zum Siegel Familienfreundliches Unternehmen im Kreis Höxter mit Personalentwicklerin und Ausbildungsleiterin Jennifer Rühl, dem Vorstandsmitglied Sascha Hofmann, dem Auszubildenden Alexander Engelmann und der Pflegelotsin Uta Hartmann der Vereinigten Volksbank eG (V-VB) im Kreis Höxter entsteht ein anderes Bild: Hier zählen vor allem der Mensch, seine Gesundheit und seine familiären Verpflichtungen.
Ein Arbeitgeber, der Sicherheit und Flexibilität vereint
„Ich hatte während meines Praktikums sofort ein positives Bauchgefühl“, erzählt der junge Bankkaufmann-Azubi Alexander Engelmann, der sich nach der Schule gezielt für die V-VB entschieden hat. „Ich habe mich nicht mal anderswo beworben – es hat einfach gepasst.“ Eine Aussage, die für das Betriebsklima und die authentische Unternehmenskultur spricht. Die Volksbank, so wird im Gespräch deutlich, ist nicht nur ein Finanzinstitut, sondern auch ein Arbeitgeber mit hohem Verantwortungsbewusstsein und Motivation für seine Mitarbeitenden.
Beispiele dafür gibt es einige: Mit der Einführung von Lebensarbeitszeitkonten und flexiblen Arbeitszeitmodellen gibt die Bank ihren Angestellten die Möglichkeit, Berufs- und Privatleben besser zu vereinen. Mobiles Arbeiten gehört längst zum Standard. „Gerade bei Schulausfällen oder wenn Kinder krank sind, ist das eine enorme Erleichterung“, bestätigt Jennifer Rühl aus der Personalentwicklung. Doch nicht nur für junge Eltern sind diese Angebote attraktiv. Auch Mitarbeitende, die Angehörige pflegen, profitieren von der Flexibilität. „Ich kenne einige Kolleginnen und Kollegen, die dank unserer Regelungen weiterhin im Beruf bleiben können, ohne sich zwischen Job und Familie entscheiden zu müssen“, erzählt Sascha Hofmann, selbst zweifacher Familienvater und Teil des Vorstandes. Die V-VB entwickelt ihre Familienfreundlichkeit in einem dauerhaften, an die Bedürfnisse der Mitarbeitenden angepassten Prozess und ist bereits zweimal erfolgreich als familienfreundliches Unternehmen rezertifiziert worden.
Gesundheit als Priorität
Besonders stolz ist man auf das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), in dem auch das Team „Achtsamkeit“ aus der ersten Zertifizierungsrunde aufgegangen ist. Dieses wurde inzwischen fest im BGM verankert. „Es geht nicht nur darum, körperlich gesund zu bleiben, sondern um ganzheitlich präventive Maßnahmen“, erklärt Sascha Hofmann.
„Wir wollen unseren Mitarbeitenden nicht erst dann helfen, wenn es zu spät ist, sondern frühzeitig ansetzen.“
Ein Gesundheitstag, organisiert in Kooperation mit der Betriebskrankenkasse und regionalen Gesundheitsdienstleistern, wurde besonders gut angenommen. „Wir haben unsere 290 Mitarbeitenden dabei gezielt befragt, um herauszufinden, was sie wirklich brauchen“, so Hofmann weiter. Ein beunruhigender Trend in der Branche: Stress gilt als wesentlicher Faktor für hohe Krankheitsstände und Burnout-Quoten. „Bei uns ist das glücklicherweise anders, weil wir von Anfang an und vielschichtig auf Prävention setzen.“ Ob mit kurzen Übungen am Arbeitsplatz bei „Fit im Büro“ oder der Möglichkeit, Hunde mit in die Geschäftsstelle zu bringen, viele Maßnahmen zahlen auf die ganzheitliche Idee ein.
Ein wesentlicher Baustein sind auch die Vertrauenspersonen. Vier Ansprechpersonen, die von den Kollegen selbst ausgewählt wurden, geschult sind und absolute Vertraulichkeit garantieren, stehen für Gespräche zur Verfügung. „Das Gesprächsangebot hilft oft schon, bevor private oder berufliche Sorgen und Probleme größer werden“, betont Hofmann. Eine Kultur des offenen Austauschs sei ein entscheidender Faktor für das Wohlbefinden im Unternehmen.
Frauen in Führung – eine Selbstverständlichkeit
Ein weiteres Thema, das bei der V-VB nicht nur auf dem Papier existiert, sondern erfolgreich praktiziert wird: Frauen in Führungspositionen. „Das sind keine Quotenfrauen“, stellt Vorstand Hofmann klar. „Wir haben unsere Strukturen so familienfreundlich gestaltet, dass talentierte Frauen den Sprung in die Führungsebene schaffen können, ohne dass deshalb die Familie zu kurz kommt.“ Entscheidend sei die Flexibilität: Teilzeit-Führungsmodelle, mobiles Arbeiten, gezielte Förderung, damit gewinnen alle Seiten. „Ein gemischtes Team trifft die besseren Entscheidungen“, ist Hofmann überzeugt. „Wer den turbulenten Familienalltag managt, bringt wertvolle Skills mit – das kann ein Unternehmen nur bereichern.“
Auch die Pflegelotsin Uta Hartmann bestätigt: „Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist ein großes Thema, gerade für Frauen. Oft bleibt die Care-Arbeit an ihnen hängen und damit leidet oft die berufliche Entwicklung.“ Die Volksbank zeigt hier Veränderungsbereitschaft. „Es gibt nichts Wichtigeres als Gesundheit und Familie. Wer ein akutes Problem zu Hause hat, muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn er früher geht“, sagt der Vorstand.
Unkonventionelle Angebote: Tanzkurse und Sportbootführerschein
Die unkonventionelle Unternehmenskultur zeigt sich auch in kreativen Angeboten abseits des Business. „Unser Tanzkurs war ursprünglich eine Bierlaune-Idee für die Azubis“, lacht Jennifer Rühl. Doch inzwischen ist er fester Bestandteil des Programms, findet im Zwei-Wochen-Rhythmus statt und ist für alle Mitarbeitenden geöffnet. „Für manche bedeutet das erstmal eine Hemmschwelle. Wenn man dann aber von der Stimmung mitgenommen wird, ist es ein großartiges Teambuilding“, sagt Hofmann, der selbst den Kurs mitgestaltet.
Auch ein Sportbootführerschein-Kurs in Kooperation mit einem Segelclub am Schiedersee gehört in diesem Jahr zu den besonderen Extras. Die Idee dahinter? „Man wächst als Team enger zusammen, wenn man gemeinsam Neues ausprobiert. Und es macht einfach Spaß.“
„Viele schaffen mehr“ – auch über die Bank hinaus
Der genossenschaftliche Grundgedanke überträgt sich weit über die Bank hinaus in die Region. Kooperationen mit Schulen, Unterstützung ehrenamtlicher Strukturen und der Regionaldialog in den Kommunen des Geschäftsgebiets sorgen für eine enge Verknüpfung mit dem Kreis Höxter. „Wir hören zu und können so frühzeitig auf Entwicklungen reagieren“, erklärt Hofmann.
Und der Azubi? Der fühlt sich hier rundum wohl. „Ich wurde von der ersten Minute an wertgeschätzt. Und ich sehe eine Zukunft für mich hier.“ Vielleicht ist genau das das Geheimnis der V-VB: Wertschätzung, Verlässlichkeit und eine Unternehmenskultur, die sich um die Menschen kümmert – nicht nur um Zahlen.



