
Mike Marquardt
Dual-Student, MAPROM GmbH
Hamburger Hafenblick & Höxteraner Bodenständigkeit
Wenn Mike Marquardt wieder mal in Hamburg ankommt, führt ihn der Weg fast immer an den Containerterminals vorbei. Gigantische Kräne bewegen dort Waren aus aller Welt – und nicht selten auch textile Produkte, wie sie das Unternehmen MAPROM aus Höxter seit Jahrzehnten importiert. „Ich schaue immer, ob ich einen Hinweis auf eine Lieferung für uns darunter entdecke!“, sagt er schmunzelnd. Der 22-Jährige pendelt wöchentlich in die Hansestadt an der Elbe, um die Präsenztage seines duales BWL-Studiums an der IBA zu absolvieren. Theorie und Praxis, Hamburger Hafen und Höxter – zwei Welten, die für ihn längst zusammengehören.
Denn MAPROM, das Unternehmen seines Vaters, ist für Mike nicht einfach ein Arbeitgeber, sondern seit Kindheitstagen ein Teil seines Lebens. „Das war für mich wie eine erweiterte Familie – der tägliche Austausch am Küchentisch, die häufigen Besuche in der Firma. Viele Mitarbeitende kennen mich schon von klein auf.“ Heute arbeitet er selbst im Einkauf, mitten im Geschehen eines Betriebs mit 160 Mitarbeitenden, der zu den führenden Anbietern für Werbetextilien in Europa zählt und als Deutschlands größter Baumwolltaschen-Importeur gilt.
MAPROM als Wirtschaftsakteur im Kreis Höxter
Wer heute über die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Kreis Höxter spricht, kommt an MAPROM nicht vorbei. Seit 1987 hat sich das inhabergeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Höxter und einem hochmodernen Warenlager in Steinheim zu einem internationalen Player entwickelt. Mit modernster Technik – vom AutoStore®-Lagersystem über einen der größten Druckmaschinen-Parks Deutschlands bis hin zur konsequenten Digitalisierung – verbindet MAPROM regionale Verwurzelung mit globaler Ausrichtung.
Für Mike Marquardt ist das Unternehmen nicht nur Karriereweg, sondern auch persönliches Anliegen und bewusste Entscheidung. „Ich möchte dieses Unternehmen bestmöglich kennen. Ich will Prozesse begleiten und verstehen.“ Tatsächlich überblickt er die gesamte Wertschöpfungskette: von der Produktion über Logistik bis zum Vertrieb. „Ich kenne die einzelnen Arbeitsschritte und schaue mir die Abläufe genau an. Mir ist wichtig, die logischen Zusammenhänge zu erkennen – und daraus Verbesserungen und neue Strukturen abzuleiten.“ Sein Blick geht dabei weit über Höxter hinaus. Jüngst erst war er in Pakistan, um vier Zulieferbetriebe zu besuchen und sich persönlich ein Bild von den Produktions- und Arbeitsbedingungen zu machen. Labels wie „Ökotex“ oder „Fair Trade“ sind für ihn mehr als Gütesiegel. Produktionsbedingungen und Standards will er nicht nur aus Dokumenten kennen, sondern selbst erleben: „Es ist ein Unterschied, wenn man vor Ort sieht, wie gearbeitet wird.“
So viel Weltoffenheit stärkt zugleich seine Verwurzelung. „Ich bin ein echter Höxteraner. Hier kennt man sich, die Stadt fühlt sich wie ein Dorf an. Das schätze ich sehr.“ Auch im Kontrast zum Studienort Hamburg vermisst er nichts. Kontakte, kurze Wege und Verlässlichkeit sind für ihn nicht nur im Privatleben, sondern auch für den Standort entscheidende Faktoren. Tennis beim TV Rot-Weiß Höxter war lange seine große Leidenschaft, aktuell bleibt dafür neben Studium und Beruf leider kaum Zeit. „Für eine Radtour an der Weser reicht es zwischendurch aber immer mal!“ lacht er.
Analytiker mit Gespür für Menschen
MAPROM ist für ihn ein vertrauter Rahmen, aber auch ein Ort, an dem er eigene Erfahrungen sammeln kann. Wer Mike zuhört, begegnet einem analytisch denkenden jungen Mann, der sich zugleich mit Herzblut für „sein“ Unternehmen engagiert. Lidia Hölting, Prokuristin bei MAPROM und verantwortlich für seine Ausbildung im Unternehmen, schätzt an ihm, dass er Ideen entwickelt, die allen zugutekommen: „Wir haben so viele Daten – er bringt uns dazu, sie richtig zu nutzen und daraus Mehrwert für Prozesse und Abläufe zu gewinnen.“ Das dies Zeit braucht, ist auch allen bewusst. „Es gibt kein fixes Datum, an dem hier die Schalter umgelegt werden. Sowohl Mike als auch das Unternehmen bestimmen das Tempo, mit dem sie zueinanderkommen. Ich denke aber, wir sind auf einem guten Weg,“ freut sich Hölting.
„Was kommt, weiß keiner. Aber ich möchte bestmöglich vorbereitet sein.“
Seine Rolle als möglicher Nachfolger sieht Mike trotzdem mit allem nötigen Respekt. „Was kommt, weiß keiner. Aber ich möchte bestmöglich vorbereitet sein.“ Unterstützung erfährt er dabei von seinem Umfeld und dem gesamten Team. Für die Zukunft sieht er die Chancen besonders in der Automatisierung und im Einsatz Künstlicher Intelligenz. „Nicht, um Arbeitskräfte zu ersetzen, sondern um sie zu unterstützen – das ist mir wichtig klarzumachen.“
Die Aufgabe, ein etabliertes Unternehmen wie MAPROM in die Zukunft zu führen, ist anspruchsvoll. Mike Marquardt geht sie nicht mit großen Gesten, sondern mit Respekt und Neugier an. Schritt für Schritt baut er Wissen auf, sammelt Erfahrungen und lernt das Unternehmen aus allen Perspektiven kennen. Gerade diese Haltung – zuhören, verstehen, gestalten – ist es, die ihm viel Vertrauen entgegenbringt. Man wünscht ihm, dass er diesen Weg weiterhin so klar und besonnen geht, wie er ihn begonnen hat.












