Die neue Lebens­mitte von Nieheim
Baudenkmal Richterhaus

Das Richterhaus ist ein Baudenkmal in zentraler Lage im Stadtkern von Nieheim. Nach langem Leerstand und drohendem Verfall soll das ortsbildprägende Fachwerkhaus von 1701 eine neue Nutzung bekommen. Mit dem Erhalt der wertvollen historischen Bausubstanz, der Sanierung und Erweiterung des Gebäudes mithilfe ökologischer Baumaterialien und einem zukunftsweisenden Energiekonzept ist das Bauvorhaben denkmalgerecht und ökologisch nachhaltig geplant.

Das Nutzungskonzept ist generationenübergreifend angelegt: Eine Tagespflege für Senioren in Trägerschaft des Vereins Jung und Alt e. V. sowie Räumlichkeiten für die Jugendarbeit werden durch Begegnungsmöglichkeiten im Gebäude verbunden. Dabei wird bewusst eine gemischte Nutzung geplant, so dass es an möglichst vielen Stellen und möglichst vielen Tagen zur Begegnung von jungen und älteren Menschen kommen kann. So werden über der Tagespflege in den beiden Obergeschossen Räume für die offene Jugendarbeit und die Begegnung und die Freizeitgestaltung von älteren Menschen entstehen. Die Flächen und die Nutzungszeiten lassen es aber auch zu, dass man unabhängig voneinander die Räume für die jeweiligen Zwecke beanspruchen kann.

In Verbindung mit der Neugestaltung des angrenzenden Richterplatzes wird mit dem Richterhaus die Entwicklung einer „Neuen Mitte“ in Nieheim mit weiteren barrierefreien Wohnungen und Geschäften angestoßen. Der historische Stadtkern wird baukulturell gestärkt, das Richterhaus übernimmt künftig die Ankerfunktion für die soziale Integration im Stadtzentrum und trägt darüber hinaus zur Stärkung des zentralen Versorgungsbereichs bei. Dies ist umso bedeutender, da die Stadt Nieheim als fünftkleinste Gemeinde in NRW in besonderer Weise von den Auswirkungen des demografischen Wandels betroffen ist. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl hatte im August 2019 u den geplanten Kosten für das Richterhaus von mehr als 800.000 Euro einen Förderbescheid über 581.000 Euro aus Bundes- und Landesmitteln übergeben.

Siegerentwurf Umgestaltung Richterplatz Visualisierung
Der Siegerentwurf des Stadtplanungsbüros Lohaus, Carl, Köhlmos aus Hannover für den Richterplatz rückt die Bedeutung als Markt- und Begegnungsplatz wieder ins Zentrum von Nieheim.

Richterplatz in neuen Dimensionen

Der zentrale Platz in der Kernstadt Nieheims soll nach seiner Umgestaltung eine ganz neue Dimension erhalten und die Aufenthaltsqualität wesentlich verbessern. Drei Entwürfe von drei Planungsbüros sind bei der Stadt Nieheim zur Neugestaltung des Richterplatzes eingegangen. Den Siegerentwurf lieferte das deutschlandweit tätige Stadtplanungsbüro ´Lohaus, Carl, Köhlmos` aus Hannover. In der Präsentation der Pläne erläuterte Thomas Köhlmos die Gestaltungsidee, die den Erhalt der Bäume, die Bepflanzung mit Stauden, die Anlage von Treppenstufen und eine Wasserfläche mit Wasserspiel in der Platzmitte vorsieht. Der Richterplatz kann so nicht nur für den Käsemarkt seine Bedeutung als Platz für Markt und Begegnung zurückgewinnen, sondern auch ein idealer Standort für einen Wochenmarkt werden. Die Vorgabe zur Planung von 26 Stellplätze finden sich ebenfalls im Entwurf mit einer guten Lösung wieder.

Die Umgestaltung des Richterplatzes wird erst nach dem Käsemarkt im September 2020 beginnen.