Junges Gemüse
Market Gardening bringt Vielfalt auf den Tisch

Der Duft frisch geernteter Kräuter, noch erdfeuchte Möhren und knackiger Salat, der nur wenige Stunden zuvor gepflückt wurde – immer mehr kleine Betriebe im Kreis Höxter setzen auf den Market-Garden-Ansatz, um genau diese Frische direkt vom Feld auf den Teller zu bringen.

Das System, auch biointensiver Gemüsebau genannt, setzt auf kleine Flächen, große Vielfalt und kurze Wege. Statt maschinell zu pflügen, arbeiten die Gärtnerinnen und Gärtner mit dauerhaft angelegten Beeten, Kompost und viel Handarbeit. So bleibt der Boden lebendig, die Erträge hoch und der Geschmack unverfälscht.

„Das Marketgardening erlaubt es, auf kleinster Fläche eine große Menge Gemüse effizient und ökologisch in Handarbeit anzubauen“, erklärt Valentin vom Köhlingshof in Borlinghausen.

Er bewirtschaftet mit seiner Frau rund 10 Hektar nach den Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft. Neben dem Gemüse aus dem Martkgarten gibt es Fleisch vom Weiderind, Lammfleisch sowie Eier von freilaufenden Legehennen. Ziel der regenerativen Bewirtschaftungsweise ist es auf den Flächen Humus aufzubauen und langfristig ein landwirtschaftliches Ökosystem zu etablieren, dass durch Vielfalt widerstandsfähig wird und zugleich hohe Erträge erzielt. Langfristig soll am Köhlingshof ein möglichst geschlossener Kreislauf entstehen, wo der Mist der Tiere und anfallende Biomasse wieder zu wertvollem Dünger für den Gemüsegarten werden.

Auch die Helle Bauern in Höxter-Godelheim verfolgen diesen Ansatz. Ihre festen Beete werden per Hand gepflegt, der Gemüseanbau erfolgt saisonal und abwechslungsreich. Direkt vor Ort können Kundinnen und Kunden frisches Gemüse, Kräuter, Eier und Obst kaufen oder an den Wochenkisten-Abos teilnehmen. So bekommen Familien regelmäßig erntefrische Produkte nach Hause geliefert – saisonal zusammengestellt und in der Menge flexibel buchbar.

Die Gemüsekisten-Abos beider Betriebe sind ein einfacher Weg, um regelmäßig frische und regionale Lebensmittel zu erhalten, ohne auf Qualität oder Vielfalt verzichten zu müssen. Wer lieber selbst vorbeikommt, kann dies in den Hofläden tun. Der direkte Kontakt ermöglicht persönliche Beratung, einen Blick hinter die Kulissen und die Möglichkeit, einzelne Sorten gezielt auszuwählen.

Einen Schritt weiter geht ein Betrieb, der nicht nur regional produziert, sondern echte Beteiligung möglich macht: der Finnenberghof in Nörde bei Warburg. Hier verbindet sich der Market-Garden-Gedanke mit dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft (SoLawi). Kunden werden zu sogenannten Anteilerinnen und finanzieren gemeinsam die gesamte Jahresproduktion des Hofes über feste monatliche Beiträge. Im Gegenzug erhalten sie wöchentlich einen Anteil an der Ernte – frisch, saisonal, biologisch und ohne Umwege. Verantwortung, Risiko und Ertrag werden geteilt, wodurch der Hof unabhängig von Preisdruck und Marktschwankungen wirtschaften kann. Gleichzeitig entstehen faire Arbeitsbedingungen, Planungssicherheit und eine enge, vertrauensvolle Beziehung zwischen Erzeugenden und Gemeinschaft. Regelmäßige Treffen, Informationsangebote und freiwillige Mitarbeit stärken zusätzlich das Verständnis für nachhaltige Landwirtschaft, die Wertschätzung von Lebensmitteln und den regionalen Zusammenhalt.

https://www.hellebauer.de/

https://www.koehlingshof.de

https://solawi-finnenberghof.de